Helping wildlife

by helping the people

 

 

Indigene Naturschutzprojekte

 

Indigene Gemeinschaften leben meist seit vielen Generationen, manchmal seit Jahrtausenden, auf ihrem Land und nutzten dieses nachhaltig, lange bevor der Begriff Nachhaltigkeit entstand. Meist ist ihr Interesse am Schutz ihres Landes weit größer als das jeder Regierung oder Naturschutz-Organisation. Dennoch verfolgen indigene Gemeinschaften nicht ausschließlich immer nur Naturschutzanliegen, sondern durchaus auch wirtschaftliche Interessen. Konflikte mit einzelnen Spezies, etwa großen Beutegreifern, können bestehen und zu deren manchmal massiven Verfolgung führen. Auch der Verkauf von Stammesland zur gewerblichen Nutzung und Besiedlung stellt heute in vielen indigenen Gebieten ein Problem dar.

 

Heute gibt es immer mehr indigene Projekte, die sowohl die Bewahrung der eigenen Kultur, den Erhalt des Lebensraums als auch den Schutz der dort lebenden Wildtiere zum Ziel haben.

 

Die Unterstützung solcher Projekte ist erklärtes Ziel unserer Arbeit. Durch Solidarität, finanzielle Förderung, unterstützende Tätigkeiten vor Ort, Verbreitung von information, Verlinkung zu indigenen Webseiten usw. versuchen wir die Arbeit indigener Projekte zu unterstützen und ihr Anliegen zu stärken.

 

Wir glauben, dass diese Projekte oft bessere Naturschutz-Arbeit leisten als dies von außen kommende Naturschutz-Organisationen tun könnten, denn die in der Region lebenden und dort  verwurzelten Menschen verfügen über viel detailiertes Wissen, vor allem aber haben sie eine tiefe emotionale Verbundenheit zu ihrem Land.

 

Seit Gründung des Yellowstone Stone Nationalparks (USA) 1872, des ersten Nationalparks weltweit, werden indigene Gemeinschaften (Stämme) aus Naturschutz-Gründen zwangsumgesiedelt und von ihrem Land vertrieben. Die Idee der Schaffung menschenleerer Gebiete, da menschliche Besiedlung und Natur unvereinbar seien, ist Teil dieser Philosophie.

 

In Wahrheit waren die wenigsten der heute als Nationalpark ausgewiesenen Gebiete menschenleer und unbewohnt, sondern wurden von Stammesgemeinschaften gehütet und bewahrt. Hierzu gehörten auch in das Ökosystem eingreifende, pflegende Maßnahmen wie extensive Beweidung oder kontrollierte Brände. Die ankommenden Weißen fanden oft parkähnliche Landschaften vor, ohne zu ahnen, dass dies auf die pflegenden Eingriffe der indigenen Gemeinschaften zurückging.

 

Wir setzen uns ein für das Recht indigener Gesellschaften, auf ihrem Land zu leben und dieses zu nutzen, auch wenn dies als Nationalpark ausgewiesen wurde oder in anderer Form „geschützt“ ist. Dies beinhaltet auch Gebiete, aus denen Indigene bereits ausgesiedelt wurden und dorthin zurückkehren möchten.

 

Wir leben in der Zeit des größten Artensterbens seit dem Verschwinden der Dinosaurier. Obwohl kaum indigene Völker hierfür verantwortlich zu machen sind, sondern unsere moderne, auf Gier und Raubbau ausgerichtete Gesellschaft, hat dies doch auch für sie massive Konsequenzen. Wenn Naturschutz und indigene Gemeinschaften zusammenfinden sollen um gemeinsam Ökosysteme zu schützen und auch extensiv zu nutzen, müssen Indigene, die bisher als Jäger verschiedenste Beutetiere genutzt haben, sich daran orientieren, ob diese bedroht sind und einer geschützten Art angehören, auch wenn sie für deren bedroht sein sicher nicht die Verantwortung tragen. Auf diesem Wege können Naturschützer und indigene Gemeinschaften Formen eines gemeinsamen Naturschutzes entwickeln und Standards dafür schaffen, die auch von Stammesgemeinschaften allein umgesetzt werden können, so dass Konflikte zwischen Naturschutz und indigenen Gemeinschaften bereits im Ansatz vermieden werden können.