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Wildtierkorridore

 

Will man langfristige Naturschutzprojekte gestalten, die auch große Tiere wie Elefanten oder Großkatzen mit einschließen, gilt es großflächige Gebiete zu schützen bzw. auch kleinere Areale wirksam so miteinander zu vernetzen, dass ein genetischer Austausch innerhalb der jeweiligen Art stattfinden kann und es auch über längere Zeiträume nicht zu einer genetischen Verarmung kommt. Dies setzt gerade bei großen und oft über weite Strecken wandernden Tieren großflächige oder aber zumindest über Korridore verbundene Gebiete voraus.

 

Wildtier-Korridore können weit mehr sein als nur gesicherte Verbindungswege für Wildtiere zwischen zwei Schutzgebieten. Dies ist sicher ein erster Schritt, und wenn sich dieser verwirklichen lässt, ist viel erreicht. Wildtierkorridore, wie wir sie verstehen, könnten darüber hinaus Modelle sein für eine friedliche Koexistenz zwischen Mensch und Natur, Versuchsflächen, auf denen wieder neu erprobt wird, was sich bereits zehntausende von Jahren bewährt hat.

 

Menschen und Wildtiere teilen sich einen gemeinsamen Lebensraum. (Extensive) Landwirtschaft, Agroforstwirtschaft, Wälder mit einem sehr hohen Anteil an essbaren Baumfrüchten, so genannte „Food Forests“ und ganz allgemein wildtierfreundliche Anbaumethoden können in diesen Korridorzonen Anwendung finden, um so ein länderübergreifendes Netzwerk zwischen Schutzgebieten und Nationalparks zu schaffen. Vielleicht wird sich in diesen Korridoren der entscheidende Naturschutz für die Zukunft abzeichnen, denn hier können wir lernen, mehr als in von menschlicher Besiedlung freien Schutzgebieten, wie ein Miteinander von Wildtieren und Menschen umgesetzt werden kann.