Helping wildlife

by helping the people

 

 

Mensch - / Wildtier-Koexistenz

 

Mensch-Wildtierkonflikte hat es immer dort gegeben und gibt es heute, wo menschliche Siedlungsräume mit denen von Wildtieren zusammenfallen. Dies war noch vor einigen Jahrhunderten in den meisten Regionen auf unserem Planeten der Fall. Menschen und Wildtiere teilten sich einen gemeinsamen Lebensraum.

Menschen rodeten Wälder, legten Felder und Gärten an, hielten Haustiere und betrieben Weidewirtschaft, was zwangsläufig zu Konflikten mit Pflanzenfressern und die Viehherden bedrohenden Beutegreifern beitrug. Auch wenn diese Konflikte zu zahlreichen Verlusten auf beiden Seiten führten, war dies für lange Zeiten keine ernsthafte Bedrohung für den Gesamtbestand einzelner Arten, gab es doch einfach noch genügend Lebensraum, der vom Menschen unberührt blieb.Heute sind viele intensiv landwirtschaftlich genutzte Gebiete praktisch frei von größeren Wildtieren und somit zwangsläufig auch von Konflikten.

Indigene Völker hatten oft ein weit konfliktfreieres Verhältnis zu Wildtieren entwickelt, welches diese viel weniger bedrohte, als dies in „zivilisierten“ Kulturen der Fall war.

Alles in allem waren diese Konflikte jedoch für den Gesamtbestand einer Spezies viel weniger bedrohlich als sie es heute sind. Erst durch die Entwicklung moderner Technologien, die rapide wachsende Weltbevölkerung und das Vordringen von uns Menschen auch noch in die letzten Winkel der Erde, verbunden mit der Gier nach Rohstoffen, Trophäen und Land, haben sich Mensch-/Wildtierkonflikte dramatisch verschärft. Heute sterben täglich etwa hundert Tier- und Pflanzenarten aus, werden immer mehr Ökosysteme zerstört, Urwälder gerodet, Meere leergefischt.

Auch wenn es zahlreiche Nationalparks und andere Schutzgebiete gibt, genügen diese oft nicht, um den Schutz bedrohter Arten zu garantieren. Oft sind sie zu klein oder umfassen nicht den gesamten Lebensraum der zu schützenden Art. Gerade große Tiere wandern oft über weite Strecken, um den über die Jahreszeiten wechselnden Nahrungsangeboten zu folgen oder um Wasser zu finden. Dies führt immer häufiger zu Kontakten mit sich ausbreitenden Siedlungen oder landwirtschaftlich genutzten Flächen. Konflikte sind fast immer eine unausweichliche Folge.

In unserer Arbeit geht es uns darum, Lösungen zu finden und Modelle mit zu entwickeln, wie Mensch-/Wildtierkonflikte reduziert werden können und wie Menschen, die diese Konflikte oft als existenzbedrohend erleben, geholfen werden kann.  Dies können einfache Methoden wie etwa Schutzzäune um Felder sein, um Elefanten draußen zu halten. Aber auch Ausgleichszahlungen für betroffene Bauern und Dorfgemeinschaften wären nötig, wenn wir Naturschutz aus einer globalen Perspektive betreiben wollen. Hierfür gilt es jedoch zunächst Bereitschaft in westlichen Ländern und in Naturschutzkreisen zu schaffen. Erst wenn wir lernen, dass der Schutz bedrohter Arten, besonders wenn es sich um das Bild unseres Planeten prägender großer Säuger wie Elefanten oder Großkatzen handelt, weit mehr beinhaltet als deren unmittelbarer Schutz durch Zäune und Anti-Wilderei-Einheiten, dass wir Verantwortung mit übernehmen müssen für die Lebenssituation der dort lebenden Menschen, wird Naturschutz mehr als Symptom-Bekämpfung sein. Wir sind gefordert zu teilen!

 

Wildtierkorridore