Helping wildlife

by helping the people

 

 Food Forest Dorfprojekt

 

Zwischen den Wildtiergebieten, sowohl den staatlichen Schutzgebieten als auch den Gebieten außerhalb der Parks, gibt es heute in Ostafrika weite landwirtschaftlich genutzte Gebiete, die praktisch frei von größeren Wildtierbeständen sind und die Migration von Wildtieren und somit genetischen Austausch verhindern.

 

In unserer Arbeit beschäftigen wir uns mit der Frage, ob und wie es möglich sein könnte, die einst zusammenhängenden Wildtiergebiete wieder durch Korridore zu vernetzen und miteinander verbundene  Lebensräume neu zu erschaffen.

 

Dass es möglich sein kann, auch durch weite Landschaften mit Hilfe der dort lebenden Menschen wieder Korridore für Wildtiere zu schaffen, zeigt die Arbeit des Jane Goodall Instituts in Tansania.

 

(Jane Goodall talks about the Take Care Project in Tanzania / https://youtu.be/1WOfQfTn7Ng)

 

Aber auch das Green Belt Movement der kenianischen Nobelpreisträgerin Wangari Maathai hat die Idee grüner, das Land durchziehender Baum-Gürtel.

 

Zu nennen auch die Arbeit von Willie Smits von BOS (Borneo Urang Utan Survival) in Kalimantan (Borneo), der mit Hilfe der einheimischen Bevölkerung in einer versteppten Landschaft eine Urwald ähnliche Waldfläche von 20 Quadratkilometern wieder aufforstete, die jetzt sowohl den Menschen als auch den Wildtieren zugute kommt.

 

(How to Regrow a Rain Forest - Willie Smits / https://youtu.be/pyneMUd5Z04)

 

Uns stellte sich die Frage, wie man die Menschen dazu bewegen kann, freiwillig Land für die Schaffung grüner, das Land durchziehender und noch bestehende intakte Ökosysteme verbindender Korridore, zur Verfügung zu stellen

Die Antwort ist einfach: Die Menschen müssen einen Nutzen, einen Vorteil, davon haben.

 

Dies brachte uns zur Idee des Food Forest. Food Forest ist ein Begriff aus der Permakultur und bezeichnet einen gepflanzten Wald mit einem hohen Anteil an Bäumen mit essbaren Früchten, aber auch mit anderen von Menschen zu nutzenden Produkten wie Kräutern, Gemüsen oder Bambus. Ähnliche Formen des Waldbaus bezeichnen die Begriffe Agroforstwirtschaft oder Rainforestation Farming.

 

Ein Food Forest liefert Nahrung, Medizin und auch Baumaterial und stellt in Regionen, in denen oft hauptsächlich Mais und einige wenige Gemüsesorten angebaut werden, eine erhebliche Bereicherung der Ernährung dar.

 

Ein Food Forest ist aber auch ein Ökosystem, in dem Tiere leben können oder dem sie als Korridor durch landwirtschaftlich genutzte Gebiete folgen können. Natürlich ist es nicht im Sinne der Menschen, die einen Food Forest anlegen, damit größere Wildtiere wie etwa Elefanten anzuziehen. Aber die Arbeit des Projekts „Elephants and Bees“ hat gezeigt, dass man mit Hilfe von Bienenhaltung durchaus wirksam Elefanten aus Pflanzungen fernhalten kann. Es gäbe also die Möglichkeit, Food Forest Korridore so zu gestalten, dass der intensiven menschlichen Nutzung vorbehaltene Bereiche durch „Bienen-Zäune“ von Bereichen extensiverer Nutzung getrennt werden. Das es also möglich ist, die Wanderung größerer Wildtiere innerhalb und entlang der Korridore zu lenken. Aber das sind zunächst einmal Zukunftsvisionen.

Erste Schritte aber, einzelne Food Forests, die als Natur-Inseln in Landschaften entstehen, allmählich zu Bändern zusammenwachsen zu lassen und die zumindest kleineren Wildtieren und Vögeln als Lebensraum oder Korridor dienen können, ist durchaus realistisch und umsetzbar. Wiederaufforstung ist eines der Top-Themen der kenianischen Regierung und es ist deren erklärtes Ziel, die Waldfläche bis 2030 wieder auf 10% der Landesfläche zu erhöhen (z.Zt. 7,4%). Jegliche Form der Wiederaufforstung findet daher die Unterstützung der Regierung und macht damit unsere Projektidee sehr realistisch.